Discussion:
Zur psychosozialen Lage in Deutschland
(zu alt für eine Antwort)
Aliena W.
2010-12-18 01:53:44 UTC
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Hallo,

bin ich grad drauf aufmerksam gemacht worden, vielleicht auch hier von
Interesse:

http://www.psychosoziale-lage.de

aus dem Aufruf:

Seelische Erkrankungen und psychosoziale Probleme sind häufig und
nehmen in allen In­dustrienationen ständig zu.

Circa 30 % der Bevölkerung leiden innerhalb eines Jahres an einer
diagnostizierbaren psychischen Störung. Am häufigsten sind
Depressionen, Angststörungen, psychosomatische Erkrankungen und
Suchterkrankungen.

Der Anteil psychischer Erkrankungen an der Arbeitsunfähigkeit nimmt
seit 1980 kontinuierlich zu und beträgt inzwischen 15 – 20 %.

--

Wir wollen zu einem offenen gesellschaftlichen Dialog über die
psychosoziale Lage, ihre möglichen Ursachen und sinnvolle
Handlungsansätze aufrufen.
s***@gmx.net
2010-12-18 13:49:15 UTC
Permalink
Hallo Aliena,
Post by Aliena W.
Seelische Erkrankungen und psychosoziale Probleme sind häufig und
nehmen in allen In­dustrienationen ständig zu.
Nur so als Gedankenanstoß dazu...

Was eine Krankheit ist, ist Definitionsfrage. Und diese Definitionen
ändern sich im Laufe der Zeit gravierend - und immer schneller. Und es
gibt Lobbies, die (v.a. in Industrienationen) ein extrem starkes
Interesse haben, dass Verhaltensweisen offiziell als krank gelten,
weil nur dann die Sozialsysteme die passenden "Heilmittel"
finanzieren. In den USA geht z.B. "die Angst, vor 100 Leuten auf einer
Bühne zu stehen und einen Vortrag zu halten", schon fast als
"Sozialphobie" durch... An dieser "Erkrankung" leiden etwa 99 % der
Weltbevölkerung. Ein Milliardenmarkt für Prozac, und natürlich wird da
groß die Werbetrommel gerührt.

"in allen In­dustrienationen": Ob Krankheit als Krankheit erkannt
wird, ist auch eine Frage der Diagnostik. In der DDR gab es keine
Suizide mehr, seit die Suizid-Statistik ersatzlos abgeschafft wurde.
In Nordkorea wird es kaum Krebs geben (ausser bei der regierenden
Elite) , weil man sich da keinen Computertomographen und entsprechend
ausgebildete Ärzte für alle leisten kann. Und gerade die
Diagnostizierung psychischer Krankheiten folgt nunmal konsequent
Bertolt Brecht: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral." Nur, wer
genug zu fressen hat (wie in den Industrienationen), kümmert sich
ernsthaft um "psychosoziale" Probleme und Krankheiten.

Woraus folgt: (nicht nur) seelische Gesundheit finden wir nur noch bei
"Naturvölkern", dem hinterletzten Eingeborenenstamm auf Papua
Neuguinea oder im Amazonas-Gebiet. Nicht, weil nackig gehen oder
Tropenfrüchte Essen so gesund ist - sondern weil es da schlichtweg
kaum Ärzte, Apotheken und Pillen gibt ;-)

Viele Grüße,
Stefan
Harald Lins
2010-12-19 07:58:17 UTC
Permalink
Hallo Aliena,
Post by Aliena W.
Hallo,
bin ich grad drauf aufmerksam gemacht worden, vielleicht auch hier von
http://www.psychosoziale-lage.de
Seelische Erkrankungen und psychosoziale Probleme sind häufig und
nehmen in allen In­dustrienationen ständig zu.
Circa 30 % der Bevölkerung leiden innerhalb eines Jahres an einer
diagnostizierbaren psychischen Störung. Am häufigsten sind
Depressionen, Angststörungen, psychosomatische Erkrankungen und
Suchterkrankungen.
Der Anteil psychischer Erkrankungen an der Arbeitsunfähigkeit nimmt
seit 1980 kontinuierlich zu und beträgt inzwischen 15 – 20 %.
--
Post by Aliena W.
Wir wollen zu einem offenen gesellschaftlichen Dialog über die
psychosoziale Lage, ihre möglichen Ursachen und sinnvolle
Handlungsansätze aufrufen.
Es ist zwar sehr schön und erleichternd, daß sich das öffentliche
Bewußtsein erweitert, aber es ist meiner Meinung nach noch etwas zu kurz
gesprungen.

Vermutlich hat die ganze Angstproblematik nur die simple Ursache, daß
allgemein eine generelle Bewußtseinsspaltung als 'normal' akzeptiert
wird.

Staat gegen Bürger, Gläubige gegen Barbaren, Arzt gegen Patient,
politisch Linke gegen politisch Rechte usw.

All das funktioniert auf dem Irrtum, daß die eigene Seite die gute ist
und man nur die Gegenseite zur Einsicht und zum richtigen handeln
bringen muß, damit alle glücklich und zufrieden sind.

Ah - ich habe die Partnerschaften vergessen:

Wenn meine Partner nicht immer so unfähige, gefühllose Besserwisser
gewesen wären, wäre aus mir ein ganz netter Mensch geworden ;-))

Der ganz normale Wahnsinn ...

Leider führt der dazu, daß die Gesellschaft komplett in Milliarden von
'besserwisserischen' Selbstverwirklicher zerfällt, die sich gegenseitig
das Leben zur Hölle machen.

Dazu einige Denksportaufgaben für Leute mit einem IQ über 140:
Entdecke den Denfehler bei folgenden Sätzen:

- Ich über grundsätzlich keine Gewalt aus - außer wenn es nötig ist.

- Ich bin gegen die Todesstrafe, außer bei Mord.

- Keine Toleranz gegenüber Intoleranten

Gruß
Harald
Aliena W.
2010-12-20 02:23:46 UTC
Permalink
[...]

Hallo Stefan + Harald,

mir war auch der Arzt in Heiligenfeld -- da wurde der
Aufruf initiiert -- am sympathischsten, der meinte, dass
ihm Heiligenfeld zu heilig sei, und dann da weggegangen
ist.

Ich denke auch, solange so eine Kluft zwischen Heilenden/
Helfenden und Kranken/Hilfsbedürftigen besteht und Leute
sich 'von oben' sagen lassen, wann sie psychisch krank
und wann gesund sind, wird sich nicht wirklich was zum
Positiven hin ändern.

Aber ist doch immerhin schön, dass allmählich vermehrt
Leute anfangen, sich Gedanken zu machen. Darüber wollt
ich informieren.

Vielleicht melden sich ja auch hier noch ein paar Leute
zu Wort, was sie darüber so denken.
Bevor die Pattform hier verschwunden ist ;-)

Grüße
Aliena
juergen
2010-12-20 17:43:24 UTC
Permalink
Post by Aliena W.
Vielleicht melden sich ja auch hier noch ein paar Leute
zu Wort, was sie darüber so denken.
Bevor die Pattform hier verschwunden ist ;-)
wer soll sich denn hier noch melden?
ausser dir und harald gibt es keinen mehr! :)
Aliena W.
2010-12-21 02:19:51 UTC
Permalink
Post by juergen
Post by Aliena W.
Vielleicht melden sich ja auch hier noch ein paar Leute
zu Wort, was sie darüber so denken.
Bevor die Pattform hier verschwunden ist ;-)
wer soll sich denn hier noch melden?
ausser dir und harald gibt es keinen mehr! :)
ach schön, noch einer -- hallo Jürgen :-)
Wieso, hier sind doch auch noch Stefan + Gerhard
+ John + Blackrose + DDK + Der Büffel und ein
Schubert_irgendwas + ein Michael + Karl-Michaei
Pister + Ana Wolter, + Peter Schneble postet hier
auch immer wieder + am Rande neuerdings auch noch
ein paar Kannibalen(geschädigte). Ich hoffe, ich
hab jetzt niemanden vergessen.
Das ist doch schon eine illustre Runde :-)

Gruß
Aliena
Harald Lins
2010-12-21 08:56:05 UTC
Permalink
Hallo Jürgen,
Post by juergen
Post by Aliena W.
Vielleicht melden sich ja auch hier noch ein paar Leute
zu Wort, was sie darüber so denken.
Bevor die Pattform hier verschwunden ist ;-)
wer soll sich denn hier noch melden?
ausser dir und harald gibt es keinen mehr! :)
Keine Angst. Außer dir lauern noch Zig andere in den Löchern, denen der
Tod von desa Spaß machen würde.

Jürgen, ist dir eigentlich nie der Gedanke gekommen, daß du deinen
Arbeitsplatz nicht deshalb verloren hast, weil deine Kollegen fiese
Mobber waren, sondern weil du deine Kollegen gemobbt hast, und sie
deshalb nichts mehr mit dir zu tun haben wollten?

Klar, daß es dir bei deinen Angriffen auf desa nur darum geht, daß du
die Welt vom 'Bösen' befreien willst, aber ... waren deine früheren
Arbeitskollegen auch alle so böse wie desa?

Bist du, Jürgen, nicht ziemlich einsam bei deinem Kampf als einer der
letzten 'Guten' all das 'Böse' beseitigen zu wollen?

Harald
Harald Lins
2010-12-21 08:19:25 UTC
Permalink
Hallo Aliena,
Post by Aliena W.
mir war auch der Arzt in Heiligenfeld -- da wurde der
Aufruf initiiert -- am sympathischsten, der meinte, dass
ihm Heiligenfeld zu heilig sei, und dann da weggegangen
ist.
Ich denke auch, solange so eine Kluft zwischen Heilenden/
Helfenden und Kranken/Hilfsbedürftigen besteht und Leute
sich 'von oben' sagen lassen, wann sie psychisch krank
und wann gesund sind, wird sich nicht wirklich was zum
Positiven hin ändern.
Warum hast Du das nicht schon vor zehn Jahren hier geschrieben?
Damals waren die Leute noch froh, wenn sie mit medikamentöser
Unterstützung wieder halbtags arbeitsfähig wurden.
Schon damals war eigentlich klar, daß 'die Politik' darauf ausgerichtet
war, gezielt Angst und Angsterkrankungen zu erzeugen.

Die planmäßige Neurotisierung der Bevölkerung wir durch öffentliche
Sätze unserer Spitzenpoliker deutlich:

'Sozial ist, was Arbeit schafft'
und
'Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht zu essen'

Jedem Kind ist klar, daß nur Geisteskränke solche Sätze von sich geben
können.
Post by Aliena W.
Aber ist doch immerhin schön, dass allmählich vermehrt
Leute anfangen, sich Gedanken zu machen. Darüber wollt
ich informieren.
Es ist zu kurz gesprungen und kann deshalb nicht erfolgreich sein.
Vermutlich ist jeder 'angstkrank'. Die Mehrheit hat dies aber noch nicht
erkannt, weil sie zu sehr mit unsinnigen Tätigkeiten und Gedanken
beschäftigt ist.
So streben viele Schülerinnen noch die *Selbstverwirklichung* durch
Arbeit an.
In der Praxis sieht das dann so aus, daß sie an der Kasse eines
Supermarktes sitzen oder sonstige stumpfsinnige Tätigkeiten ausführen,
die schon längst von Maschinen übernommen werden könnten.
Menschliche Arbeitskraft ist inzwischen so wenig wert, daß sie sogar
Maschinen vorgezogen wird.
Post by Aliena W.
Vielleicht melden sich ja auch hier noch ein paar Leute
zu Wort, was sie darüber so denken.
Bevor die Pattform hier verschwunden ist ;-)
Keine Angst. Da spielen nur einige Kinder 'Demokratie'.
Wie in der richtigen Politik ist ihnen scheißegal, wie die Realität
aussieht.
Sie wollen nur durch 'geschickte Argumentation' einen Wahlkampf
gewinnen, um die Macht zu haben, über die Leute, die es wirklich angeht
willkürlich bestimmen zu können.
Für Schwätzer ist heute kein Platz mehr auf dieser Welt.

Der Begriff 'Westerwelle-Syndrom' wäre dazu geeignet, als
psychiatrischer Fachbergriff eingeführt zu werden.
Ein Mann, der sich selbst vor kurzem noch als die 'Freiheitsstatue'
Europas bezeichnete - den Fels in der Brandung -, ist inzwischen als das
enntarnt worden, was er wirklich ist: eine überhebliche Witzfigur.


Die Zeiten sind dabei, sich völlig zu ändern. Die Geduldigen sind nicht
mehr bereit, die Unduldsamen zu erdulden.

Gruß
Harald
Aliena W.
2010-12-23 03:59:14 UTC
Permalink
Hallo Harald!
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Ich denke auch, solange so eine Kluft zwischen Heilenden/
Helfenden und Kranken/Hilfsbed rftigen besteht und Leute
sich 'von oben' sagen lassen, wann sie psychisch krank
und wann gesund sind, wird sich nicht wirklich was zum
Positiven hin ndern.
Warum hast Du das nicht schon vor zehn Jahren hier geschrieben?
Vor 10 Jahren hab ich hier noch gar nicht geschrieben.
Da war ich grad in einer psychosomatischen Klinik und
hab meine erste hübsche Psycho-Diagnose bekommen. Und
danach war ich ein Jahr bei einer Psychoanalytikerin,
die eigentlich gar nicht mit mir gesprochen hat,
sondern nur mit der Diagnose...
Post by Harald Lins
Die planm ige Neurotisierung der Bev lkerung wir durch ffentliche
'Sozial ist, was Arbeit schafft'
und
'Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht zu essen'
Ja, die Leute werden auch total gegeneinander ausgespielt.
Ich hab neulich echt'n Schreck gekriegt, wie voller Hass
z.B. eine Frisörin auf die sozialschmarotzenden HartzIV-
Empfänger geschimpft hat, die sich ein schönes, faules
Leben machen können, während sie sich jeden Tag abrackern
muss und auch nicht mehr Geld bekommt...

Löhne liegen oft auch noch unter HartzIV-Niveu, und teils
nehmen Leute dann auch 2 oder gar 3 Jobs an, um finanziell
durchzukommen. Klar, dass da auch Neid und Wut geschürt
werden.
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Aber ist doch immerhin sch n, dass allm hlich vermehrt
Leute anfangen, sich Gedanken zu machen. Dar ber wollt
ich informieren.
Es ist zu kurz gesprungen und kann deshalb nicht erfolgreich sein.
Vermutlich ist jeder 'angstkrank'. Die Mehrheit hat dies aber noch nicht
So würd ich das nun auch wieder nicht sehen. Aber man
kann imo nicht tief betroffen und erschüttert sein über
das psychische Leid anderer und sich selber ausnehmen.
Das ist falsches Mitleid. Entweder man ist außenstehender
Beobachter oder man hat Mitleid, und dann geht einen das
Leid auch selber was an. Das zu trennen bringt Unheil.

Das sind z.B. so Leute, die dann, wenn's einem grad richtig
schlecht geht, ankommen mit "oh Gott, dass ist ja ganz
furchtbar schlimm, wie arm dran du bist", so dass man sich
erst richtig am Boden fühlt... Die einem das Gefühl geben,
ein arbeits- und kostenverursachender Problemfall zu sein,
der auch noch das Wohl der Gesunden belastet.

Hilfreicher + ehrlicher wäre imo, die "Heilenden + Helfenden"
würden für ihre Belange eintreten und nicht quasi in Vormundschaft
für "die Betroffenen" Forderungen stellen, sondern das denen
selbst überlassen und dabei vielleicht unterstützend wirken.
Oder halt beide Seiten gemeinsam.
Aber ein Aufruf, wo's um "die Betroffenen" geht, aber die gar
nicht mitreden und auch nicht unterzeichnen dürfen (jedenfalls
sofern sie nicht in heilenden/helfenden Berufen tätig sind)
kommt ja quasi einer pauschalen Entmündigung aller
"psychisch Erkrankten" gleich.
Das ist der Teil, der mich daran stört.
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Bevor die Pattform hier verschwunden ist ;-)
Keine Angst. Da spielen nur einige Kinder 'Demokratie'.
Wie in der richtigen Politik ist ihnen schei egal, wie die Realit t
aussieht.
Wie ist denn der aktuelle Stand der Dinge in dang?
Post by Harald Lins
Sie wollen nur durch 'geschickte Argumentation' einen Wahlkampf
gewinnen, um die Macht zu haben, ber die Leute, die es wirklich angeht
willk rlich bestimmen zu k nnen.
F r Schw tzer ist heute kein Platz mehr auf dieser Welt.
Der Begriff 'Westerwelle-Syndrom' w re dazu geeignet, als
psychiatrischer Fachbergriff eingef hrt zu werden.
Ein Mann, der sich selbst vor kurzem noch als die 'Freiheitsstatue'
Europas bezeichnete - den Fels in der Brandung -, ist inzwischen als das
enntarnt worden, was er wirklich ist: eine berhebliche
http://youtu.be/eYqyRyOaK2w
Ooooch, das kannst Du doch so nicht sagen, bei diesem
charmanten Lächeln zum Schluss ;-) Und so geht's da jetzt
auch zu in dang? Muss ich da doch noch mal selber wieder
lesen :-)

Gruß
Aliena
Harald Lins
2010-12-23 08:40:59 UTC
Permalink
Hallo Aliena,
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Ich denke auch, solange so eine Kluft zwischen Heilenden/
Helfenden und Kranken/Hilfsbed rftigen besteht und Leute
sich 'von oben' sagen lassen, wann sie psychisch krank
und wann gesund sind, wird sich nicht wirklich was zum
Positiven hin ndern.
Warum hast Du das nicht schon vor zehn Jahren hier geschrieben?
Vor 10 Jahren hab ich hier noch gar nicht geschrieben.
Jetzt fang Du mit mir nicht auch noch die Erbsenzählerei an.
Fünf Jahre früher hätte auch gereicht - sogar zwei Jahre.
Post by Aliena W.
Da war ich grad in einer psychosomatischen Klinik und
hab meine erste hübsche Psycho-Diagnose bekommen. Und
danach war ich ein Jahr bei einer Psychoanalytikerin,
die eigentlich gar nicht mit mir gesprochen hat,
sondern nur mit der Diagnose...
;-))))
Ein bühnenreifer Ausspruch, da würde soghar Volker Pispers vor Neid
erblassen..

Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
Die planm ige Neurotisierung der Bev lkerung wir durch ffentliche
'Sozial ist, was Arbeit schafft'
und
'Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht zu essen'
Ja, die Leute werden auch total gegeneinander ausgespielt.
Ich hab neulich echt'n Schreck gekriegt, wie voller Hass
z.B. eine Frisörin auf die sozialschmarotzenden HartzIV-
Empfänger geschimpft hat, die sich ein schönes, faules
Leben machen können, während sie sich jeden Tag abrackern
muss und auch nicht mehr Geld bekommt...
Der psychologische Trick, Menschen in solche Haßzustände zu bringen, ist
ganz einfach.
Man gibt ihnen einfach zwei Möglichkeiten zur Auswahl, bei denen sie in
beiden Fällen verlieren.
Wenn heute Menschen keine Arbeit mehr haben, sind sie dekadente
Sozialschmarotzer, wenn sie Arbeit haben, müssen sie die dekadenten
Sozialschmarotzer miternähren, obwohl der Lohn oft nichtmal für den
eigenen Unterhalt reicht.

Egal, ob der 'einfache Bürger' arbeitet oder nicht, er gehört auf jeden
Fall zu den Verlierern.
Wenn das auf alle zutreffen würde, wäre das ja ok, aber es gibt wenige,
die an der Not gut verdienen - allen voran die Banken und die
Versicherungen.
Egal was passiert - sie verdienen immer sehr, sehr gut.
Der Entwicklungsstand unserer EDV würde es schon längst ermöglichen, ein
verwaltungskostenfreies Banken und Versicherungswesen umzusetzen.
Statt dessen wird dort noch immer mit dicken Provisionen und Boni
gearbeitet, wenn es mal wieder einem Abzocker gelungen ist, einem
Versicherten oder Bankkunden das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Post by Aliena W.
Löhne liegen oft auch noch unter HartzIV-Niveu, und teils
nehmen Leute dann auch 2 oder gar 3 Jobs an, um finanziell
durchzukommen. Klar, dass da auch Neid und Wut geschürt
werden.
Ja klar. Ein Leistungsträger ist nicht der Kanalarbeiter, der jeden Tag
durch die Scheiße läuft, damit die unsere Abwasserleitungen nicht
verstopfen, sondern der 'Investor', der es schafft, dem Kanalarbeiter so
wenig Lohn zu zahlen, daß er selbst gut an den Abwassergebühren
verdienen kann.
Ein 'guter Investor' schafft es dann auch noch, die Gebühren erhöhen zu
lassen, um den Gewinn zu erhöhen - ohne daß der Mann, der die stinkige
Drecksarbeit macht, davon einen einzigen Cent sieht.
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Aber ist doch immerhin schön, dass allmählich vermehrt
Leute anfangen, sich Gedanken zu machen. Darüber wollt
ich informieren.
Es ist zu kurz gesprungen und kann deshalb nicht erfolgreich sein.
Vermutlich ist jeder 'angstkrank'. Die Mehrheit hat dies aber noch nicht
So würd ich das nun auch wieder nicht sehen. Aber man
kann imo nicht tief betroffen und erschüttert sein über
das psychische Leid anderer und sich selber ausnehmen.
Das ist falsches Mitleid. Entweder man ist außenstehender
Beobachter oder man hat Mitleid, und dann geht einen das
Leid auch selber was an. Das zu trennen bringt Unheil.
Ja klar. Ich meinte ja nur, daß viele Leute so sehr damit beschäftigt
sind, ihrer Geltungs-, Hab- oder Gewinnsucht nachzugehen, daß die
'Krankheit' nicht ausbricht.
Post by Aliena W.
Das sind z.B. so Leute, die dann, wenn's einem grad richtig
schlecht geht, ankommen mit "oh Gott, dass ist ja ganz
furchtbar schlimm, wie arm dran du bist", so dass man sich
erst richtig am Boden fühlt... Die einem das Gefühl geben,
ein arbeits- und kostenverursachender Problemfall zu sein,
der auch noch das Wohl der Gesunden belastet.
Das sind die modernen Zeiten.
Früher hat man an einem Auto noch alles mögliche selbst repariert - den
Zylinderkopf nachgeschliffen, den Zündwinkel oder das Ventilspiel
eingestellt.
Heute wird ein Teil, das nicht mehr funktioniert ausgebaut und durch ein
neues ersetzt.
Da man Menschen nicht so einfach verschrotten kann, ärgert man sich
natürlich darüber.
Post by Aliena W.
Hilfreicher + ehrlicher wäre imo, die "Heilenden + Helfenden"
würden für ihre Belange eintreten und nicht quasi in Vormundschaft
für "die Betroffenen" Forderungen stellen, sondern das denen
selbst überlassen und dabei vielleicht unterstützend wirken.
Oder halt beide Seiten gemeinsam.
Ja sicher. Dabei hakelt es aber noch immer an dem Blickwinkel.
Die sogenannten Krankheiten werden unter einem wirtschaftlichen Aspekt
gesehen und nicht unter einem gesundheitlichen Blickwinkel.
Die alten und kranken Gäule werden nicht auf die Weide gelassen, um dort
ihr Gnadenbrot zu bekommen, sondern sie kommen in den hintersten Winkel
des Stalls und werden dort 'ruhig' gestellt.
Post by Aliena W.
Aber ein Aufruf, wo's um "die Betroffenen" geht, aber die gar
nicht mitreden und auch nicht unterzeichnen dürfen (jedenfalls
sofern sie nicht in heilenden/helfenden Berufen tätig sind)
kommt ja quasi einer pauschalen Entmündigung aller
"psychisch Erkrankten" gleich.
Das ist der Teil, der mich daran stört.
Ja. Du hast da mehr Weitsicht als ich.
In meinem Alter ist man schon für kleine Fortschritte dankbar ;-)
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Bevor die Pattform hier verschwunden ist ;-)
Keine Angst. Da spielen nur einige Kinder 'Demokratie'.
Wie in der richtigen Politik ist ihnen schei egal, wie die Realit t
aussieht.
Wie ist denn der aktuelle Stand der Dinge in dang?
Außer "juergen" bin ich anscheinend der einzige von desa, der dort noch
schreibt.
Mein 'Stil' ist ja aus desa schon gut bekannt - besserwisserisch,
beleidigend, herablassend, aggressiv usw.

Ich habe die 'Wähler' in dang als 'machtgeile Gaffer, die wie im alten
Rom durch Daumenzeichen über das Überleben entscheiden' bezeichnet.
Der Ausdruck 'lebensunerfahrene Kinder, die Demokratie spielen' kam wohl
auch noch vor..
Kurz: Niemand in dang mag mich und desa läuft Gefahr, wegen meiner
mangelnden Demut vor den Wählern dort gelöscht zu werden.

Kobra, übernehmen Sie ;-)

Lieben Gruß
Harald
Aliena W.
2010-12-29 06:34:14 UTC
Permalink
Hallo Harald!
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Ich denke auch, solange so eine Kluft zwischen Heilenden/
Helfenden und Kranken/Hilfsbed rftigen besteht und Leute sich
'von oben' sagen lassen, wann sie psychisch krank und wann
gesund sind, wird sich nicht wirklich was zum Positiven hin
ndern.
Warum hast Du das nicht schon vor zehn Jahren hier geschrieben?
Vor 10 Jahren hab ich hier noch gar nicht geschrieben.
Jetzt fang Du mit mir nicht auch noch die Erbsenz hlerei an. F nf
Ich war schon immer passionierte Erbsenzählerin :-)
Jahre fr her h tte auch gereicht - sogar zwei Jahre.
Hab ich bestimmt schon öfter sinngemäß. Das seh ich ja
nicht erst seit gestern so.
Post by Aliena W.
Da war ich grad in einer psychosomatischen Klinik und hab meine
erste h bsche Psycho-Diagnose bekommen. Und danach war ich ein Jahr
bei einer Psychoanalytikerin, die eigentlich gar nicht mit mir
gesprochen hat, sondern nur mit der Diagnose...
;-)))) Ein b hnenreifer Ausspruch, da w rde soghar Volker Pispers vor
Neid http://youtu.be/unX6mu4OxE8
Wo er Recht hat, hat er Recht: der Terror ist im Kopf.

Wenn ich damals nicht so eingeschüchtert gewesen wär, z.B.
auch von dem Therapeuten da in der Klinik noch, bei dem
ich mir vorkam wie auf der Anklagebank, hätt ich meiner
Analytikerin auch mal empfohlen, lieber selber mal 'ne
Therapie zu machen, statt ihren (Be-)Mutter(-ungskomplex)
an mir auzuleben. Sie hatte natürlich gelernt, dass ein
gestörtes Mutter-Kind-Verhältnis der Ursprung meiner
Störung sei und wollte mir dann auch noch dauernd quasi
die bessere Mutter sein. Das war nervig.

Oder ich hab z.B. auch in der Therapie gelernt, dass man
Angst vor einem auf der Straße entgegenkommenden Leuten
haben kann.
Hatt ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht. Aber dazu
haben sie in der Klinik extra Übungen gemacht, wie man die
Angst am besten bewältigen kann, und dann hatt ich die Angst
auf der Straße plötzlich auch...

Also man kann nicht nur im Fernsehen, sondern auch in so'ner
Therapie immer noch ein paar neue Ängste dazulernen ;-)
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
Die planm ige Neurotisierung der Bev lkerung wir durch
'Sozial ist, was Arbeit schafft' und 'Wer nicht arbeitet, braucht
auch nicht zu essen'
Ja, die Leute werden auch total gegeneinander ausgespielt. Ich hab
neulich echt'n Schreck gekriegt, wie voller Hass z.B. eine Fris rin
auf die sozialschmarotzenden HartzIV- Empf nger geschimpft hat, die
sich ein sch nes, faules Leben machen k nnen, w hrend sie sich
jeden Tag abrackern muss und auch nicht mehr Geld bekommt...
Der psychologische Trick, Menschen in solche Ha zust nde zu bringen,
ist ganz einfach. Man gibt ihnen einfach zwei M glichkeiten zur
Auswahl, bei denen sie in beiden F llen verlieren. Wenn heute
Menschen keine Arbeit mehr haben, sind sie dekadente
Sozialschmarotzer, wenn sie Arbeit haben, m ssen sie die dekadenten
Sozialschmarotzer mitern hren, obwohl der Lohn oft nichtmal f r den
eigenen Unterhalt reicht.
Ja. Gut auf den Punkt gebracht...
Egal, ob der 'einfache B rger' arbeitet oder nicht, er geh rt auf
jeden Fall zu den Verlierern. Wenn das auf alle zutreffen w rde, w re
das ja ok, aber es gibt wenige, die an der Not gut verdienen - allen
voran die Banken und die Versicherungen. Egal was passiert - sie
verdienen immer sehr, sehr gut. Der Entwicklungsstand unserer EDV w
rde es schon l ngst erm glichen, ein verwaltungskostenfreies Banken
und Versicherungswesen umzusetzen. Statt dessen wird dort noch immer
mit dicken Provisionen und Boni gearbeitet, wenn es mal wieder einem
Abzocker gelungen ist, einem Versicherten oder Bankkunden das Geld
aus der Tasche zu ziehen.
Naja, die hängen auch alle in dem System, das sich weitgehend
verselbständigt hat. Freiwillig steigt wahrscheinlich keiner
auf der "Gewinnerseite" so schnell aus.
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
Es ist zu kurz gesprungen und kann deshalb nicht erfolgreich
sein. Vermutlich ist jeder 'angstkrank'. Die Mehrheit hat dies
So w rd ich das nun auch wieder nicht sehen. Aber man kann imo
nicht tief betroffen und ersch ttert sein ber das psychische Leid
anderer und sich selber ausnehmen. Das ist falsches Mitleid.
Entweder man ist au enstehender Beobachter oder man hat Mitleid,
und dann geht einen das Leid auch selber was an. Das zu trennen
bringt Unheil.
Ja klar. Ich meinte ja nur, da viele Leute so sehr damit besch ftigt
sind, ihrer Geltungs-, Hab- oder Gewinnsucht nachzugehen, da die
'Krankheit' nicht ausbricht.
Ja, seh ich prinzipiell auch so. Aber es sind nicht unbedingt
nur Geltungs-, Hab- oder Gewinnsucht, d.h. letztlich wohl schon,
aber man könnte es auch positiver formulieren -- z.B. basiert
ja auch sozialer Zusammenhalt auf Geltungssucht: auf dem Wunsch,
von anderen anerkannt zu sein, dazuzugehören, Aufmerksamkeit zu
erhalten und auch bei anderen was zu bewirken usw.

Und da hat jeder so seine einen Strategien, wie er das anstellt:
der eine macht's über materiellen Wohlstand, der andere über
Bildung, der nächste findet sein Glück in der Familie, einer
engagiert sich politisch, einer wird Superstar und ein anderer
Arzt, um anderen zu helfen, usw.

Und wenn sowas dann wegbricht und jemand "gilt nichts mehr",
dann ist da Angst -- ja, klar.
Erlebe es grad auch im Bekanntenkeis mit: er hatte sich ganz
auf seine Frau fixiert, praktisch nur für und durch seine
Familie gelebt, nun sind Frau und Kind weg, und alles bricht
zusammen... Erst jetzt wird ihm klar, wie sehr er in einer
Scheinwelt gelebt hat, und pötzlich kriegt er Angst, raus
auf die Straße zu gehen, oder Platzangst im Parkhaus u.ä.
Lauter Sachen, die früher -- als er noch seine
"Geltungsberechtigung" durch seine Famlie hatte -- nie
Thema waren.
Post by Aliena W.
Hilfreicher + ehrlicher w re imo, die "Heilenden + Helfenden" w
rden f r ihre Belange eintreten und nicht quasi in Vormundschaft f
r "die Betroffenen" Forderungen stellen, sondern das denen selbst
berlassen und dabei vielleicht unterst tzend wirken. Oder halt
beide Seiten gemeinsam.
Ja sicher. Dabei hakelt es aber noch immer an dem Blickwinkel. Die
sogenannten Krankheiten werden unter einem wirtschaftlichen Aspekt
gesehen und nicht unter einem gesundheitlichen Blickwinkel. Die alten
und kranken G ule werden nicht auf die Weide gelassen, um dort ihr
Gnadenbrot zu bekommen, sondern sie kommen in den hintersten Winkel
des Stalls und werden dort 'ruhig' gestellt.
Solange man psychische Leiden als Krankheit auffasst und wir
in einem kapitalistischen System leben, wird sich daran
wahrscheinlich auch nix ändern.

Aber der einzelne kann seinen Blickwinkel ändern. Ich krieg
immer wieder die Krise, wenn ich einen Freund sagen höre:
"Ich kann nicht, ich bin krank." Das wirkt dann wie 'ne
selbsterfüllende Prophezeiung, und dann kann er natürlich
auch wirklich nicht. Wenn er aber seine Depressionen +
Ängste mal aus Versehen vergisst, dann kann er 'ne ganze Menge.

Psychische Krankheit wird einerseits benutzt, um Leute
abzuschieben, zu bevormunden oder unter Kontrolle zu
halten, aber andererseits auch von Betroffenen, um sich
dahinter zu verstecken, Eigenverantwortung für ihr Leben
abzugeben usw.

Den Spruch über der Autobahn, den Du in einem Deiner
anderen Postings angeführt hast, fand ich gut: "Du stehst
nicht im Stau, Du bist der Stau."
Wenn einem bewusst wird, dass man eben nicht einfach von
anderen irgendwo hingestellt wird, sondern immer auch selbst
Teil der gegebenen Verhältnisse ist, dann kann man
stattdessen auch Zug oder Fahrrad fahren oder spazieren
gehen oder es sich ggf. auch 'ne Weile im Stau gemütlich
machen, wenn grad keine Abfahrt in Sicht ist.

Den Blickwinkel jedenfalls kann prinzipiell jeder selbst
wählen -- jedenfalls solange er noch nicht senil oder der
Geist anderweitig benebelt oder abgestumpft ist.
Mache mir grad auch Sorgen um jemand mit eher zu wachem
Geist, der jetzt in der Klapse ist und da mit Medikamenten
zugedröhnt wird.

Anfangs war ich erstmal beruhigt, als ich ihn dort besucht
hab, weil ich die Atmosphäre dort wider Erwarten eigentlich
ganz angenehm fand und er auch richtig gut drauf war. Sein
Gedankenkreisen hätte aufgehört, meinte er, und er war
richtig entspannt und gelöst. Seinen Aufenthalt dort hat
er wie ein Forschungsexperimet gesehen, ist auch freiwillig
dorthin bzw. auf Anraten und wollte sehen, ob ihm das hilft,
einen Ausweg aus seiner derzeitigen sehr unbefriedigenden
Lebenssituation zu finden und eben besser mit sich selber
klarzukommen.
Aber wie ich jetzt erfahren hab, war er, als ich dort war,
erst in der medikamentösen "Einschleichphase". Inzwischen
haben sie die Dosis verdoppelt, was ihn erstmal komplett
auch körperlich umgehauen hat, und mittlerweile kann man
nicht mal mehr ein paar Minuten mit ihm telefonieren, weil
er sich dauernd zu schwach und zu müde fühlt. Früher ist
er nach 3 Stunden Telefonieren erst so richtig in Fahrt
gekommen... Versteh ich nicht, was das soll, jemanden so
mit Psychopharmaka abzufüllen. Das Zeug nimmt ihm seine
ganze Lebendigkeit.
Post by Aliena W.
Aber ein Aufruf, wo's um "die Betroffenen" geht, aber die gar nicht
mitreden und auch nicht unterzeichnen d rfen (jedenfalls sofern sie
nicht in heilenden/helfenden Berufen t tig sind) kommt ja quasi
einer pauschalen Entm ndigung aller "psychisch Erkrankten" gleich.
Das ist der Teil, der mich daran st rt.
Ja. Du hast da mehr Weitsicht als ich. In meinem Alter ist man schon
Nee, Weitsicht ist das leider nicht, ich bin kurzsichtig... ich
warte noch auf meine Altersweitsicht ;-) Hat 'ne Weile gedauert,
bis ich selber gesehen hat, was mich daran eigentlich stört.
f r kleine Fortschritte dankbar ;-)
Wie alt bist Du denn jetzt eigentlich?
Post by Aliena W.
Wie ist denn der aktuelle Stand der Dinge in dang?
Au er "juergen" bin ich anscheinend der einzige von desa, der dort
noch schreibt. Mein 'Stil' ist ja aus desa schon gut bekannt -
besserwisserisch, beleidigend, herablassend, aggressiv usw.
Ich habe die 'W hler' in dang als 'machtgeile Gaffer, die wie im
alten Rom durch Daumenzeichen ber das berleben entscheiden'
bezeichnet. Der Ausdruck 'lebensunerfahrene Kinder, die Demokratie
spielen' kam wohl auch noch vor.. Kurz: Niemand in dang mag mich und
desa l uft Gefahr, wegen meiner mangelnden Demut vor den W hlern dort
gel scht zu werden.
Wie ich sehe, hast Du ja mittlerweile auch schon fast wieder
das gesamte Territorium zurückerobert ;-)
Kobra, bernehmen Sie ;-)
Tut mir leid, in Krimi-Serien bin ich nicht firm.

Und ich bin grad auch noch so weihnachtlich gestimmt,
dass ich gar keine Lust auf Streitgespräche hab :-)
(bzw. davon die letzten Tage schon genug um mich hatte ;-)
So dass ich einfach auch mal abgestimmt hab. Vielleicht
stimmen ja noch ein paar mehr hier mit ab und desa ist
so doch noch zu retten. Oder wir reichen dann halt
einen Antrag zur Umbenennung von de.etc.selbsthilfe.misc
ein oder so. Oder okkupieren dang ;-)

Lieben Gruß
Aliena
Harald Lins
2010-12-29 13:37:56 UTC
Permalink
Hallo Aliena,

"Aliena W." <***@gmx.net> schrieb zu

[ Volker Pispers - Wovor haben Sie Angst ]
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
http://youtu.be/unX6mu4OxE8
Wo er Recht hat, hat er Recht: der Terror ist im Kopf.
Sag ich doch auch. Der einzige Weg, eine Angsterkrankung loszuwerden, ist,
sich die Gehirnwäsche bewußt zu machen, um die Realität zu erkennen.
Post by Aliena W.
Wenn ich damals nicht so eingeschüchtert gewesen wär, z.B.
auch von dem Therapeuten da in der Klinik noch, bei dem
ich mir vorkam wie auf der Anklagebank, hätt ich meiner
Analytikerin auch mal empfohlen, lieber selber mal 'ne
Therapie zu machen, statt ihren (Be-)Mutter(-ungskomplex)
an mir auzuleben. Sie hatte natürlich gelernt, dass ein
gestörtes Mutter-Kind-Verhältnis der Ursprung meiner
Störung sei und wollte mir dann auch noch dauernd quasi
die bessere Mutter sein. Das war nervig.
Wir sollten gelegentlich mal über Co-Abhängigkeit sprechen.
Aber erst, wenn die Con-Trolle wieder weg ist ;-)
Post by Aliena W.
Oder ich hab z.B. auch in der Therapie gelernt, dass man
Angst vor einem auf der Straße entgegenkommenden Leuten
haben kann.
Hatt ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht. Aber dazu
haben sie in der Klinik extra Übungen gemacht, wie man die
Angst am besten bewältigen kann, und dann hatt ich die Angst
auf der Straße plötzlich auch...
Ja, Angst ist ansteckend.
Du solltest mal unter dem Bett nachsehen, ob der schwarze Mann wieder da ist
;-)
Post by Aliena W.
Also man kann nicht nur im Fernsehen, sondern auch in so'ner
Therapie immer noch ein paar neue Ängste dazulernen ;-)
Man kann nie vorsichtig genug sein.
Im Fernsehen sind sie gerade dabei, besonders gefährliche Menschen zu
definieren.
Die müssen dann wahrscheinlich irgendwann eine Armbinde mit einem
fünfzackigen Stern tragen, damit jeder erkennen kann, daß sie teuflisch
gefährlich sind.
Ach ja, die guten alten Zeiten ;-)
<http://www.abendblatt.de/politik/article1740965/Flughafenchef-Blume-schlaegt-Kontrollen-nach-Risikogruppen-vor.html>

[ ...jeder Mensch ist angstkrank ]
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
Ich meinte ja nur, daß viele Leute so sehr damit beschäftigt
sind, ihrer Geltungs-, Hab- oder Gewinnsucht nachzugehen, daß die
'Krankheit' nicht ausbricht.
Ja, seh ich prinzipiell auch so. Aber es sind nicht unbedingt
nur Geltungs-, Hab- oder Gewinnsucht, d.h. letztlich wohl schon,
aber man könnte es auch positiver formulieren -- z.B. basiert
ja auch sozialer Zusammenhalt auf Geltungssucht: auf dem Wunsch,
von anderen anerkannt zu sein, dazuzugehören, Aufmerksamkeit zu
erhalten und auch bei anderen was zu bewirken usw.
Klar, ich vermute aber eher, daß Menschen sich spontan sozial verhalten,
ohne an eigene Vorteile zu denken, wenn sie nicht mehr durch 'zivilisierte
Wertvorstellungen' neurotisiert sind.
Post by Aliena W.
der eine macht's über materiellen Wohlstand, der andere über
Bildung, der nächste findet sein Glück in der Familie, einer
engagiert sich politisch, einer wird Superstar und ein anderer
Arzt, um anderen zu helfen, usw.
Ja. Es ist ja in Ordnung, wenn jemand 'instinktiv' ein spezielles Leben
führt.
Mich stört aber, wenn Wertvorstellungen vom Werbefernsehen und von
Reality-Shows geprägt werden.
Deutschland sucht den Superstar hat kaum noch etwas mit Musik zu tun - eher
mit künstlicher (künstlerischer) Trockennahrung.
Post by Aliena W.
Und wenn sowas dann wegbricht und jemand "gilt nichts mehr",
dann ist da Angst -- ja, klar.
Erlebe es grad auch im Bekanntenkeis mit: er hatte sich ganz
auf seine Frau fixiert, praktisch nur für und durch seine
Familie gelebt, nun sind Frau und Kind weg, und alles bricht
zusammen... Erst jetzt wird ihm klar, wie sehr er in einer
Scheinwelt gelebt hat, und pötzlich kriegt er Angst, raus
auf die Straße zu gehen, oder Platzangst im Parkhaus u.ä.
Lauter Sachen, die früher -- als er noch seine
"Geltungsberechtigung" durch seine Famlie hatte -- nie
Thema waren.
Klar. Wir sind zeitlich gesehen ganz 'kurze' Lebewesen geworden.
Früher waren wir fest in Traditionen und Urahnen verwurzelt und haben an
eine bessere Zukunft gedacht.
Durch beruflich bedingte Umzüge, dem Kappen der Verbindungen zwischen den
Generationen, Arbeitskampf, der Illusion der Selbstverwirklichung als
'Single' usw. leben wir aber nur noch im Rahmen unseres Arbeitsvertrages.
Geld verdienen - Geld ausgeben - das wars ...
Die Kindheit und die Ahnen werden verdrängt und das 'No-Future-Denken' macht
den Rest, um uns bei kleinsten Anlässen hilflos absaufen zu lassen.

[ ... ]
Post by Aliena W.
Solange man psychische Leiden als Krankheit auffasst und wir
in einem kapitalistischen System leben, wird sich daran
wahrscheinlich auch nix ändern.
Ja - die ganz normale Schizophrenie, die sich in der Spaltung zwischen
privat und öffentlich (professionel) zeigt.
Viele Angststörungen treten auf, weil man nach einem Schicksalsschlag oder
bei schlechten Lebensumständen nicht mehr auf das private soziale Netz von
Familie, Nachbarschaft oder Arbeitskollegialität zurückgreifen kann.
Alle privaten Netze - und dazu gehört auch desa - werden systematisch platt
gemacht, damit 'fachleute' gut verdienen können.
Post by Aliena W.
Aber der einzelne kann seinen Blickwinkel ändern. Ich krieg
"Ich kann nicht, ich bin krank." Das wirkt dann wie 'ne
selbsterfüllende Prophezeiung, und dann kann er natürlich
auch wirklich nicht. Wenn er aber seine Depressionen +
Ängste mal aus Versehen vergisst, dann kann er 'ne ganze Menge.
Ja, wenn das Spontane zurückkehrt merkt man, daß die Kräfte und die
Fähigkeiten noch da sind.
Was Du als selbsterfüllende Prophezeiung bezeichnest, könnte einfach nur der
Umstand sein, daß die 'normalen Lügen' nicht mehr funktionieren.
'Sozial ist, was Arbeit schafft' ist zwar der Hauptslogan unserer Regierung,
aber es ist auch vollkommener Schwachsinn.

Sozial ist, was möglichst viele stumpfsinnige Arbeiten auf Maschinen und EDV
verlagert, kontraproduktive Arbeiten wie das Verkaufen von Bausparverträgen
an Rentner verbietet, und so menschliche Energie frei setzt, um
Innovationen, Kunst und soziale Aktivitäten zu fördern.
Post by Aliena W.
Psychische Krankheit wird einerseits benutzt, um Leute
abzuschieben, zu bevormunden oder unter Kontrolle zu
halten, aber andererseits auch von Betroffenen, um sich
dahinter zu verstecken, Eigenverantwortung für ihr Leben
abzugeben usw.
Ja gut, aber wir sind es generell bei der Unterdrückung (auch Unterhaltung
genannt) gewohnt, unseren Spaß zu haben, wenn wir nur Zuschauer sind.
Wir verzichten ganz feiwillig auf ein eigenes Erleben und geben sogar noch
viel Geld dafür aus, um wenigstens als Zuschauer oder Zuhören irgendwie am
Leben beteiligt zu sein.
Am meisten Spaß scheinen die Zuschauer dann zu haben, wenn die Akteure so
richtig aufs Maul fallen und sie die dann noch zusätzlich mit faulen Eiern
zu bewerfen können.
Post by Aliena W.
Den Spruch über der Autobahn, den Du in einem Deiner
anderen Postings angeführt hast, fand ich gut: "Du stehst
nicht im Stau, Du bist der Stau."
Wenn einem bewusst wird, dass man eben nicht einfach von
anderen irgendwo hingestellt wird, sondern immer auch selbst
Teil der gegebenen Verhältnisse ist, dann kann man
stattdessen auch Zug oder Fahrrad fahren oder spazieren
gehen oder es sich ggf. auch 'ne Weile im Stau gemütlich
machen, wenn grad keine Abfahrt in Sicht ist.
Jau - ich hab immer mein Schminktäschchen dabei, um die Zeit im Stau
sinnvoll zu nutzen ;-)
Aber im Ernst:
Vermutlich ist das wieder die amtlich als normal eingestufte Schizophrenie,
daß man als Laie keine Ahnung vom Leben hat und sich von Fachleuten sagen
lassen muß, was gesund ist, was Spaß macht und was sonst noch so alles zu
einem erfüllten Leben gehört.
Post by Aliena W.
Den Blickwinkel jedenfalls kann prinzipiell jeder selbst
wählen -- jedenfalls solange er noch nicht senil oder der
Geist anderweitig benebelt oder abgestumpft ist.
Ich nehme das jetzt einfach mal als persönliche Beleidigung.
Habe ich schonmal gesagt, daß ich extrem nachtragend bin?
Post by Aliena W.
Mache mir grad auch Sorgen um jemand mit eher zu wachem
Geist, der jetzt in der Klapse ist und da mit Medikamenten
zugedröhnt wird.
Anfangs war ich erstmal beruhigt, als ich ihn dort besucht
hab, weil ich die Atmosphäre dort wider Erwarten eigentlich
ganz angenehm fand und er auch richtig gut drauf war. Sein
Gedankenkreisen hätte aufgehört, meinte er, und er war
richtig entspannt und gelöst. Seinen Aufenthalt dort hat
er wie ein Forschungsexperimet gesehen, ist auch freiwillig
dorthin bzw. auf Anraten und wollte sehen, ob ihm das hilft,
einen Ausweg aus seiner derzeitigen sehr unbefriedigenden
Lebenssituation zu finden und eben besser mit sich selber
klarzukommen.
Dazu fällt mir - vielleicht etwas unpassend - ein, daß ich vor ein paar
Monaten erfahren habe, daß Joan Baez extrem soziophob war und vor vielen
ihrer Auftritte PAs hatte.
Ich hab sie vor Jahren selbst mal live gesehen, als sie mit Carlos Santana
hier vor 65Tsd Zuschauern ein Konzert gab.
Sie wirkte mehr so, als hätte sie viel Spaß an ihren Auftritten, anscheinend
war es aber mehr eine Höllenqual für sie.
Hier ein Ständchen mit den besten Wünschen für Dich:

Post by Aliena W.
Aber wie ich jetzt erfahren hab, war er, als ich dort war,
erst in der medikamentösen "Einschleichphase". Inzwischen
haben sie die Dosis verdoppelt, was ihn erstmal komplett
auch körperlich umgehauen hat, und mittlerweile kann man
nicht mal mehr ein paar Minuten mit ihm telefonieren, weil
er sich dauernd zu schwach und zu müde fühlt. Früher ist
er nach 3 Stunden Telefonieren erst so richtig in Fahrt
gekommen... Versteh ich nicht, was das soll, jemanden so
mit Psychopharmaka abzufüllen. Das Zeug nimmt ihm seine
ganze Lebendigkeit.
Ja. Sowas macht bestenfalls Sinn, wenn sich jemand in einer akuten Phase
befindet.
Langfristig würde ich sowas eher als ein Ausschalten bewerten.

[ ... ]
Post by Aliena W.
Wie alt bist Du denn jetzt eigentlich?
Ich gehe auf die Sexzig zu - die Zeit für meine Karriere als Lustgreis.
Brauchst Du auch noch meinen Geburtstag und meine Kontonummer?

[ Lage bei dang zur Löschung von desa ]
Post by Aliena W.
Und ich bin grad auch noch so weihnachtlich gestimmt,
dass ich gar keine Lust auf Streitgespräche hab :-)
Das mit den Streitereien ist schon erledigt. Jetzt müssen nur noch die
Trümmer aufgeräumt werden ;-)
Post by Aliena W.
(bzw. davon die letzten Tage schon genug um mich hatte ;-)
Wem sagst Du das ...
Post by Aliena W.
So dass ich einfach auch mal abgestimmt hab. Vielleicht
stimmen ja noch ein paar mehr hier mit ab und desa ist
so doch noch zu retten.
Das Problem ist wohl, daß kaum ein hier Fast-Nur-Lesender eine reply-fähige
Emailadresse in dana veröffentlicht sehen möchte.
Wahrscheinlich lauern schon einige Pharmareferrenten und Hobby-Therapeuten
darauf ;-))
Post by Aliena W.
Oder wir reichen dann halt
einen Antrag zur Umbenennung von de.etc.selbsthilfe.misc
ein oder so.
Das macht sicher viel Sinn. Mach uns den Proponenten.
Post by Aliena W.
Oder okkupieren dang ;-)
Pssst ...
Da sind wir doch erst in der Anschleichphase - dem 1.AfO sozusagen ;-)
Hoffentlich hat das keiner gelesen ...

Herzlichen Gruß
Haald
Aliena W.
2010-12-31 03:30:08 UTC
Permalink
Hallo Harald,

ich hab teils etwas den Faden hier verloren... ich kürz mal ein
bisschen.

[...]
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Wo er Recht hat, hat er Recht: der Terror ist im Kopf.
Sag ich doch auch. Der einzige Weg, eine Angsterkrankung loszuwerden,
ist, sich die Gehirnw sche bewu t zu machen, um die Realit t zu
erkennen.
Ja, das sagte ja auch schon das Orakel von Delphi: Erkenne dich
selbst.

[...]
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Und wenn sowas dann wegbricht und jemand "gilt nichts mehr", dann
er hatte sich ganz auf seine Frau fixiert, praktisch nur f r und
durch seine Familie gelebt, nun sind Frau und Kind weg, und alles
bricht zusammen... Erst jetzt wird ihm klar, wie sehr er in einer
Scheinwelt gelebt hat, und p tzlich kriegt er Angst, raus auf die
Stra e zu gehen, oder Platzangst im Parkhaus u. . Lauter Sachen,
die fr her -- als er noch seine "Geltungsberechtigung" durch seine
Famlie hatte -- nie Thema waren.
Klar. Wir sind zeitlich gesehen ganz 'kurze' Lebewesen geworden. Fr
her waren wir fest in Traditionen und Urahnen verwurzelt und haben
an eine bessere Zukunft gedacht. Durch beruflich bedingte Umz ge, dem
Kappen der Verbindungen zwischen den Generationen, Arbeitskampf, der
Illusion der Selbstverwirklichung als 'Single' usw. leben wir aber
nur noch im Rahmen unseres Arbeitsvertrages. Geld verdienen - Geld
ausgeben - das wars ... Die Kindheit und die Ahnen werden verdr ngt
und das 'No-Future-Denken'macht den Rest, um uns bei kleinsten Anl
ssen hilflos absaufen zu lassen.
Ja, das stimmt, es fällt alles immer mehr auseinander + vereinzelt.
Das macht's schwer für den einzelnen, weil er nicht mehr automatisch
in so ein Netz eingebunden ist. Aber ist auch 'ne Chance, sich
seine Ver- oder Einbindungen bewusster auszusuchen.
Post by Harald Lins
[ ... ]
Post by Aliena W.
Solange man psychische Leiden als Krankheit auffasst und wir in
einem kapitalistischen System leben, wird sich daran wahrscheinlich
auch nix ndern.
Ja - die ganz normale Schizophrenie, die sich in der Spaltung
zwischen privat und ffentlich (professionel) zeigt. Viele Angstst
rungen treten auf, weil man nach einem Schicksalsschlag oder bei
schlechten Lebensumst nden nicht mehr auf das private soziale Netz
von Familie, Nachbarschaft oder Arbeitskollegialit t zur ckgreifen
kann. Alle privaten Netze - und dazu geh rt auch desa - werden
systematisch platt gemacht, damit 'fachleute' gut verdienen k nnen.
Das mit den "Fachleuten" ist teils echt wie 'ne Seuche, ja...
Wobei's ja gut ist, dass es Fachleute gibt, zu denen man mal
gehen und sich beraten lassen oder auch 'ne Therapie machen
kann, das kann ja durchaus sinnvoll sein, und dann können die
wegen mir auch gerne gut verdienen.
Aber diese ganze Psycho-Industrie, das ist so'n Ding für sich...
Ulrich Gresch glaube hatte das mal hübsch auf den Punkt gebracht,
dass das, was früher die Kirche mit ihren Engeln + Dämonen war,
heute die Psychologie bzw. Psychiatrie mit ihrem DSM ist.

Früher haben sich die Leute von Priestern Dämonen einreden lassen,
die dann natürlich auch nur die Priester wieder austreiben konnten...
Heute lassen sich die Leute von Ärzten Krankheiten einreden...


Dass alle privaten Netze systematisch plattgemacht werden,
seh ich jetzt allerdings nicht so. Ich denk manchmal, Du hängst
vielleicht noch zu sehr den Idealen der Hippie-Zeit nach, wo
alle wie eine "große Familie" waren oder so. Das ist heut eben
individueller, viele bauen sich dann halt privat ihre eignen
kleinen Netze auf.

Und so langsam kommt's ja auch wieder ins Rollen, dass die Leute
sich aus ihren kleinen Netzen heraus dann wieder auch größer
und weiter vernetzen, wenn es um best. Dinge geht, und dann
auch aus allen möglichen Gesellschaftsschichten z.B. gemeinsam
auch auf die Straße gehen wie dieses Jahr bei dem Stuttgarter
Bahnhof oder der AKW-Frage. Das hat bisher nicht viel gebracht,
aber jedenfalls die Tendenzen seh ich gar nicht so negativ.

[...]
Post by Harald Lins
Sozial ist, was m glichst viele stumpfsinnige Arbeiten auf Maschinen
und EDV verlagert, kontraproduktive Arbeiten wie das Verkaufen von
Bausparverträgen an Rentner verbietet, und so menschliche Energie
frei setzt, um Innovationen, Kunst und soziale Aktivit ten zu f
rdern.
Ja, das ist ein guter Ansatz. (Bis auf die Erbse mit den Rentnern,
ich finde, auch Rentner sollten nicht einfach in ihrer Freiheit
eingeschränkt werden -- wenn sie denn einen Bausparvertrag noch
haben möchten, dann sollen sie den auch bekommen dürfen. Müsste
nur irgendwo wirksamerer Schutz gegen gezielte Abzocke eingebaut
werden.)

[...]
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Den Spruch ber der Autobahn, den Du in einem Deiner anderen
Postings angef hrt hast, fand ich gut: "Du stehst nicht im Stau, Du
bist der Stau." Wenn einem bewusst wird, dass man eben nicht
einfach von anderen irgendwo hingestellt wird, sondern immer auch
selbst Teil der gegebenen Verh ltnisse ist, dann kann man
stattdessen auch Zug oder Fahrrad fahren oder spazieren gehen oder
es sich ggf. auch 'ne Weile im Stau gem tlich machen, wenn grad
keine Abfahrt in Sicht ist.
Jau - ich hab immer mein Schminkt schchen dabei, um die Zeit im Stau
sinnvoll zu nutzen ;-) Aber im Ernst: Vermutlich ist das wieder die
:-)))
Post by Harald Lins
amtlich als normal eingestufte Schizophrenie, da man als Laie keine
Ahnung vom Leben hat und sich von Fachleuten sagen lassen mu , was
gesund ist, was Spa macht und was sonst noch so alles zu einem erf
llten Leben geh rt.
Naja, müssen muss man das ja nicht. Ist nur doof, wenn man sonst
keinen Plan hat... Aber zum Glück gibt's ja auch noch die
Supernanni und so ;-)
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Den Blickwinkel jedenfalls kann prinzipiell jeder selbst w hlen --
jedenfalls solange er noch nicht senil oder der Geist anderweitig
benebelt oder abgestumpft ist.
Ich nehme das jetzt einfach mal als pers nliche Beleidigung. Habe ich
schonmal gesagt, da ich extrem nachtragend bin?
:-) Nee, aber das merkt man auch so zuweilen ;-)

War aber nicht als Beleidigung gemeint, ich halte Dich weder
für senil noch sonstwie abgestumpft. Für Dein Alter scheinst Du
noch sehr geistig fit :-) Außer 'n bisschen benebelt manchmal ;-)
Bzw. zerstreut trifft's glaube besser. Zum Benebeltsein tendiere
ich eher selber. Du hast glaube manchmal eher zuviel auf einmal
im Kopf oder so.

[...]
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Mache mir grad auch Sorgen um jemand mit eher zu wachem Geist, der
jetzt in der Klapse ist und da mit Medikamenten zugedr hnt wird.
Anfangs war ich erstmal beruhigt, als ich ihn dort besucht hab,
weil ich die Atmosph re dort wider Erwarten eigentlich ganz
angenehm fand und er auch richtig gut drauf war. Sein
Gedankenkreisen h tte aufgeh rt, meinte er, und er war richtig
entspannt und gel st. Seinen Aufenthalt dort hat er wie ein
Forschungsexperimet gesehen, ist auch freiwillig dorthin bzw. auf
Anraten und wollte sehen, ob ihm das hilft, einen Ausweg aus seiner
derzeitigen sehr unbefriedigenden Lebenssituation zu finden und
eben besser mit sich selber klarzukommen.
Dazu f llt mir - vielleicht etwas unpassend - ein, da ich vor ein
paar Monaten erfahren habe, da Joan Baez extrem soziophob war und vor
vielen ihrer Auftritte PAs hatte. Ich hab sie vor Jahren selbst mal
live gesehen, als sie mit Carlos Santana hier vor 65Tsd Zuschauern
ein Konzert gab. Sie wirkte mehr so, als h tte sie viel Spa an ihren
Auftritten, anscheinend war es aber mehr eine H llenqual f r sie.
http://youtu.be/favgoOn-U1I
Danke, passt gut! :-) Jetzt zwar nicht unbeding zu ihm hier,
aber dafür zu dem anderen, den ich oben erwähnt hatte, der ist
ganz verliebt in Joan Beaz und wollte sich schon von ihr
adoptieren lassen :-) Muss ich ihm erzählen, dass die auch
soziophob ist. Oder war? Inzwischen hat sie's überwunden?
Die lebt doch noch, oder nicht?


Wünsch Dir schon mal alles Gute fürs nächste Jahr + guten Rutsch!

Herzlichen Gruß
Aliena
Harald Lins
2010-12-31 14:11:48 UTC
Permalink
Hallo Aliena,
Post by Aliena W.
ich hab teils etwas den Faden hier verloren... ich kürz mal ein
bisschen.
Das ist gut, weil ich im Blutrausch zur Zeit etwas benebelt bin ;-)

[...]
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Wo er Recht hat, hat er Recht: der Terror ist im Kopf.
Sag ich doch auch. Der einzige Weg, eine Angsterkrankung loszuwerden,
ist, sich die Gehirnwäsche bewußt zu machen, um die Realität zu
erkennen.
Ja, das sagte ja auch schon das Orakel von Delphi: Erkenne dich
selbst.
Genau. Tante Hilde hat es noch treffender auf den Punkt gebracht:
"Jetzt änder dich doch mal endlich!!"

[...soziales Netz ...]
Post by Aliena W.
Ja, das stimmt, es fällt alles immer mehr auseinander + vereinzelt.
Das macht's schwer für den einzelnen, weil er nicht mehr automatisch
in so ein Netz eingebunden ist. Aber ist auch 'ne Chance, sich
seine Ver- oder Einbindungen bewusster auszusuchen.
Früher - Opa erzählt wieder aus dem Nähkästchen - lief das alles -
unbewußt - automatisch.
Man hatte einfach die Nachbarn und Kollegen und war automatisch zu ihnen
freundlich und hilfsbereit - ganz spontan.
Post by Aliena W.
[ ... ]
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Solange man psychische Leiden als Krankheit auffasst und wir in
einem kapitalistischen System leben, wird sich daran wahrscheinlich
auch nix ndern.
Ja - die ganz normale Schizophrenie, die sich in der Spaltung
zwischen privat und öffentlich (professionel) zeigt. Viele Angstst
rungen treten auf, weil man nach einem Schicksalsschlag oder bei
schlechten Lebensumst nden nicht mehr auf das private soziale Netz
von Familie, Nachbarschaft oder Arbeitskollegialität zurückgreifen
kann. Alle privaten Netze - und dazu gehört auch desa - werden
systematisch platt gemacht, damit 'Fachleute' gut verdienen k nnen.
Das mit den "Fachleuten" ist teils echt wie 'ne Seuche, ja...
Wobei's ja gut ist, dass es Fachleute gibt, zu denen man mal
gehen und sich beraten lassen oder auch 'ne Therapie machen
kann, das kann ja durchaus sinnvoll sein, und dann können die
wegen mir auch gerne gut verdienen.
Aber diese ganze Psycho-Industrie, das ist so'n Ding für sich...
Ulrich Gresch glaube hatte das mal hübsch auf den Punkt gebracht,
dass das, was früher die Kirche mit ihren Engeln + Dämonen war,
heute die Psychologie bzw. Psychiatrie mit ihrem DSM ist.
Darüber habe ich mir zwar noch nie Gedanken gemacht, aber da ist was dran.
Wie die Kirche hat auch die Psychiatrie 'Glaubensgrundsätze', die ziemlich
wirr aber unumstößlich sind.
Ich frage mich öfter, warum religiöser Fanatismus nicht offiziell als
Geisteskrankheit eingestuft und behandelt wird.
Es ist ziemlich schräg, wenn Leute, die das Universum nicht von einer
Galaxis unterscheiden können, von sich annehmen, den Willen des
allerhöchsten Wesen im Universum zu kennen und dementsprechen die Sau
rauslassen..
Post by Aliena W.
Früher haben sich die Leute von Priestern Dämonen einreden lassen,
die dann natürlich auch nur die Priester wieder austreiben konnten...
Heute lassen sich die Leute von Ärzten Krankheiten einreden...
Die ganz normale Bewußtseinsspaltung.
Ärzte wurden nicht umsonst als Halbgötter in Weiß bezeichnet.
Dabei sind sie selbst überdurchschnittlich von Depressionen und Suicidalität
betroffen.
Böse Falle ...
Post by Aliena W.
Dass alle privaten Netze systematisch plattgemacht werden,
seh ich jetzt allerdings nicht so. Ich denk manchmal, Du hängst
vielleicht noch zu sehr den Idealen der Hippie-Zeit nach, wo
alle wie eine "große Familie" waren oder so. Das ist heut eben
individueller, viele bauen sich dann halt privat ihre eignen
kleinen Netze auf.
Das ist ja in Ordnung. Früher brauchte man aber nichts aufzubauen.
Nachbarn und Kollegen waren automatisch hilfsbereit und freundlich.
Sie lebten noch miteinander und waren nicht nur gegenseitige Beobachter.
Post by Aliena W.
Und so langsam kommt's ja auch wieder ins Rollen, dass die Leute
sich aus ihren kleinen Netzen heraus dann wieder auch größer
und weiter vernetzen, wenn es um best. Dinge geht, und dann
auch aus allen möglichen Gesellschaftsschichten z.B. gemeinsam
auch auf die Straße gehen wie dieses Jahr bei dem Stuttgarter
Bahnhof oder der AKW-Frage. Das hat bisher nicht viel gebracht,
aber jedenfalls die Tendenzen seh ich gar nicht so negativ.
Es ist völlig unnötig, auf die Straße zu gehen.
Wir sind eine Demokratie und in einer Demokratie geht alle Macht vom Volk
aus.
Ein Volk kann doch nicht gegen sich selbst einen Aufstand machen.

Es würde völlig reichen, wenn man das böse Spiel nicht mehr mitmacht.
Z.B. wäre der ganze Bankenschwindel sofort vorbei, wenn den Leuten klar
würde, daß die Banken an jedem Euro, den sie auf der Bank haben, bis zu 45
Cent verdienen. Diese 45 Cent wiederum, muß jeder einzelne von uns
mitbezahlen.
Für 1 Euro, den die Banken an Einlagen haben, dürfen sie 30 Euro an Krediten
vergeben.
Das ergibt bei einem Zinssatz zwischen 6 und 16% etwa 18-48 Cent sogenannten
Gewinn, über den sich Herr Ackermann freuen kann und der ihn als
'Wirtschaftswundermann' erscheinen läßt, der aber von jedem einzelnen Bürger
bezahlt werden muß..
Zu der Frage, wie das funktioniert gibt es inzwischen ganz anschauliche
Filme:


Das ganze hat auch einen starken religiösen Aspekt, glaube ich jedenfalls.

[...]
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Sozial ist, was m glichst viele stumpfsinnige Arbeiten auf Maschinen
und EDV verlagert, kontraproduktive Arbeiten wie das Verkaufen von
Bausparverträgen an Rentner verbietet, und so menschliche Energie
frei setzt, um Innovationen, Kunst und soziale Aktivit ten zu f
rdern.
Ja, das ist ein guter Ansatz. (Bis auf die Erbse mit den Rentnern,
ich finde, auch Rentner sollten nicht einfach in ihrer Freiheit
eingeschränkt werden -- wenn sie denn einen Bausparvertrag noch
haben möchten, dann sollen sie den auch bekommen dürfen. Müsste
nur irgendwo wirksamerer Schutz gegen gezielte Abzocke eingebaut
werden.)
Mir ist kein besseres Beispiel eingefallen. Klar soll niemand beschnitten
werden. Es ging mir nur darum, daß 'unwissenden' Menschen generell nichts
aufgeschwatzt werden sollte.

[...]
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
amtlich als normal eingestufte Schizophrenie, da man als Laie keine
Ahnung vom Leben hat und sich von Fachleuten sagen lassen mu , was
gesund ist, was Spaß macht und was sonst noch so alles zu einem erfüllten
Leben gehört.
Naja, müssen muss man das ja nicht. Ist nur doof, wenn man sonst
keinen Plan hat... Aber zum Glück gibt's ja auch noch die
Supernanni und so ;-)
Gibt es die auch in blond? Haben!!!!
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
Post by Aliena W.
Den Blickwinkel jedenfalls kann prinzipiell jeder selbst w hlen --
jedenfalls solange er noch nicht senil oder der Geist anderweitig
benebelt oder abgestumpft ist.
Ich nehme das jetzt einfach mal als pers nliche Beleidigung. Habe ich
schonmal gesagt, da ich extrem nachtragend bin?
:-) Nee, aber das merkt man auch so zuweilen ;-)
Und dabei gebe ich mir so viel Mühe, um das zu verbergen .... Mist!
Post by Aliena W.
War aber nicht als Beleidigung gemeint, ich halte Dich weder
für senil noch sonstwie abgestumpft. Für Dein Alter scheinst Du
noch sehr geistig fit :-) Außer 'n bisschen benebelt manchmal ;-)
Bzw. zerstreut trifft's glaube besser. Zum Benebeltsein tendiere
ich eher selber. Du hast glaube manchmal eher zuviel auf einmal
im Kopf oder so.
Jau, und für einen der demnächst Sächsisch wird, habe ich meinen
Altersstarrsin noch ganz gut im Griff.
Das muß nach dem dang'schen verbalen Blutbad der letzten Tage jetzt endlich
auch mal gesagt werden - egal ob es stimmt oder nicht.


[..die Probleme von Joan Baez mit Soziophobie und PAs.]
Post by Aliena W.
Post by Harald Lins
http://youtu.be/favgoOn-U1I
Danke, passt gut! :-) Jetzt zwar nicht unbeding zu ihm hier,
aber dafür zu dem anderen, den ich oben erwähnt hatte, der ist
ganz verliebt in Joan Beaz und wollte sich schon von ihr
adoptieren lassen :-)
Komische Anmache.
Joan spricht selbst ziemlich offen über ihre Promiskuität.
Vermutlich sind seine Chancen besser, sie ins Bett zu bekommen, größer als
die, von ihr adoptiert zu werden ;-)
(Kleiner Scherz zur Vermenschlichung des Problems)
Post by Aliena W.
Muss ich ihm erzählen, dass die auch
soziophob ist. Oder war? Inzwischen hat sie's überwunden?
Die lebt doch noch, oder nicht?
Keine Ahnung. Frag sie doch einfach selbst ***@aol.com

Ich habe einmal davon geträumt, daß Joan Gallionsfigur für Angsterkrankungen
werden könnte.
Leider ist sie aber zu sehr in banale Sachen wie die Rechte von Arbeitern
und Mohren, Gewaltlosigkeit, Schutz von Minderheiten und all sonem Quatsch
eingespannt, statt sich um grundlegende Probleme zu kümmern.

Leider fehlt Joan jeder Bezug zu Geld. Deshalb ist aus ihr auch nicht
Richtiges geworden, außer einer der wundervollsten Menschen zu sein, die
heute auf der Welt rumlaufen.


Ein frohes, angstfreies Rutschen und ein erfüllendes 2011
Lieben Gruß
Harald

Gerhard
2010-12-20 19:45:15 UTC
Permalink
Hallo Aliena.
Post by Aliena W.
bin ich grad drauf aufmerksam gemacht worden, vielleicht auch hier von
http://www.psychosoziale-lage.de
[..]

ich unterstütze den Aufruf gerne und ich habe mich da eingetragen.

Er gefällt mir, auch wenn die abgegebenen Prognosen eher hinderlich sind.
Kraftvoller wäre der Aufruf, wenn er nur die Gegenwart beschreiben würde. Es macht nämlich wenig Sinn eine Besserung in den Bereichen zu erwarten, zu denen man selbst sagt, dass sie ständig zunehmen (in dem Fall schlechter werden).

Gruß
Gerhard
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